Ursachen des Ukraine-Kriegs
Der Ukraine Krieg ist im Moment DAS Thema Nummer 1 in den Nachrichten in ganz Europa, wenn nicht sogar in der ganzen Welt. Seit bereits über einem Jahr herrscht nun Krieg in der Ukraine. Am 24. Februar 2022 startete der russische Präsident Wladimir Putin den ersten Angriff.
Auch die Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums Wermelskirchen beschäftigt dieses Thema sehr. Man findet zum Beispiel das Bild einer Friedenstaube mit der ukrainischen Flagge als Hintergrund bei uns im PZ, immer mehr IVK-Schülerinnen und Schüler kommen aus der Ukraine und auch in der Umfrage der Schulzeitung wurde großes Interesse an dem Thema gezeigt.
Doch was waren eigentlich die Ursachen für diese kriegerische Handlung? Was hat Putin zu dieser Tat animiert? Und welche Folgen könnte dieser Krieg nach sich ziehen? Diesen und ähnlichen Fragen möchte ich im folgenden Artikel nachgehen.
Die Ursachen für diesen Konflikt gehen weit zurück: In die Zeit der Sowjetunion, die von 1922 bis 1991 bestand, wo sowohl die Ukraine als auch andere Länder noch Teil eben dieses großrussischen Reiches waren, welches Putin am liebsten wiedererwecken würde. Wenn man in der russisch-ukrainischen Geschichte zurückblickt, liegt der Ursprung der Krise im Jahr 2014, genauer gesagt Ende Februar 2014. Zu diesem Zeitpunkt entstand auf der ukrainischen Halbinsel Krim ein bewaffneter Konflikt, welcher mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland endete. Als Annexion bezeichnet man die gewaltsame Inbesitznahme eines Gebietes ohne Anspruch darauf zu haben.
Mit der Zeit eskalierte die Situation weiter, beispielsweise durch den Aufbau russischer Milizen im ostukrainischen Donbass, einem Landstrich im Osten der Ukraine (siehe Karte). 
Diese permanenten Spannungen flauten mit der Zeit ab, spitzten sich im Sommer 2021 jedoch wieder zu, als Russland damit begann, im großen Stil militärische Kräfte an der ukrainischen Grenze zu stationieren, jedoch abstritt, dass es sich dabei um die Vorbereitung eines Angriffs handelt. Am 24. Februar 2022 starteten diese Truppen dann die erste Großoffensive gegen die Ukraine.
Der gesamte Krieg basiert also auf dem Konflikt um die Krim sowie Putins Wunsch nach einem geeinten, großrussischen Reich, ähnlich wie zu Zeiten der Sowjetunion. Weitere Argumente des russischen Präsidenten sind beispielsweise die angeblich notwendige Entnazifizierung der ukrainischen Regierung und der damit verbundene Schutz der russischen Minderheiten in der Ukraine gegen eben diese angeblichen Faschisten und Nazis. Natürlich ist das alles völlig aus dem nichts gegriffen, doch Putin nutzt diese von ihm erfundenen Vorwürfe, um seinen Krieg vor seinem eigenen Volk zu rechtfertigen. Mit der totalen Kontrolle der Medien in Russland durch Putin selbst kann er die Informationen so steuern, dass die russische Bevölkerung diese Geschichten lange Zeit geglaubt hat, und daher seine angeblichen “Schutzmaßnahmen für die russischen Minderheiten” weitestgehend unterstützt. Nach und nach haben jedoch auch sie realisiert, dass diese Behauptungen Schwachsinn sind, und dass es sich sehr wohl um einen Krieg und nicht um Schutzmaßnahmen handelt. Mittlerweile schwindet die Unterstützung der Bevölkerung, leider reicht dies jedoch noch lange nicht, um diesen Krieg zu beenden, da Putin dafür viel zu viel Einfluss hat.
Relativ schnell stellten sich jedoch die Länder der Nato und andere europäische Länder auf die Seite der Ukraine und unterstützten diese. Zunächst wurden nur Sanktionen (Strafmaßnahmen, die einem Land schaden) gegen Russland verhängt, später lieferte man Waffen, Hilfsgüter und Fahrzeuge. Aktiv am Krieg beteiligen möchte man sich jedoch nicht, um die eigene Bevölkerung nicht in Gefahr zu bringen.
Doch wie soll es weitergehen?
Der erwartete Großangriff hat gerade erst begonnen. Der Militärexperte Carlo Masala hält Gespräche aus russischer Sicht erst für sinnvoll, wenn es befürchten muss, von einer Fortführung des Krieges mehr zu verlieren als zu gewinnen. Also werden Russlands Präsident Putin sowie der ukrainische Präsident Selenskyj ihren Ausgang abwarten. "Der Schlüssel wird in den kommenden sechs Monaten auf dem Schlachtfeld liegen", sagte CIA-Direktor William Burns bei einer Veranstaltung an der Universität Georgetown in Washington. Man geht also vorerst nicht von einer friedlichen Lösung aus, sondern davon, dass der Verlauf des Krieges über sein Ende entscheiden wird.
Und welche Folgen könnte dieser Krieg haben?
Zunächst einmal fallen natürlich die enormen zivilen Opfer und Schäden sowie die enorme Anzahl an Flüchtlingen auf. Auch wenn viele Ukrainer von Beginn an für ihr Land gekämpft haben, haben mit der Zeit vor allem Frauen und Kinder die Flucht vor den Grauen des Krieges ergriffen - Männern im Alter von 18 bis 60 Jahren ist eine Ausreise verboten, da sie entweder kämpfen müssen oder weiter ihrer Arbeit nachgehen sollen.
Nun, sowohl der Nato als auch Russland stehen eine nicht unerhebliche Anzahl an Atomwaffen zur Verfügung. Diese Gefahr schwebt permanent wie ein dunkler Schatten über der Kriegssituation, auch wenn die Nato selbst nicht Kriegspartei ist. Sollte Putin einen Atomangriff anordnen, würde die Situation sehr wahrscheinlich eskalieren. Experten stufen die Gefahr durch einen solchen Angriff jedoch als relativ gering ein und gehen nicht davon aus, dass Putin zu solch drastischen Maßnahmen greifen wird, da niemand ernsthaftes Interesse an einem Atomkrieg hat und dieser auch Russland mehr schaden als nutzen würde.
Die Hoffnung auf eine möglichst friedliche Lösung ruht momentan auf der russischen Bevölkerung, welche sich nach und nach immer mehr gegen diesen Krieg ausspricht. Jedoch sind der Ausgang und die Dauer des Konfliktes immer noch ungewiss.
Sollte es gravierende neue Entwicklungen geben erfahrt ihr hier selbstverständlich dann auch mehr darüber. Wir halten euch auf dem laufenden und hoffen alle, dass der Krieg bald ein Ende findet.
Leo Jezek